Mythos 1: “Wenn es knackt, ist das schlecht für die Gelenke.”
Fakt:
Das bekannte Knacken – etwa bei den Fingern oder im Rücken – ist meist völlig harmlos. Es entsteht durch Gasbläschen, die sich im Gelenkspalt lösen, wenn Druckverhältnisse sich verändern.
Nur wenn das Knacken mit Schmerzen, Blockaden oder Instabilität einhergeht, sollte man genauer hinschauen.
Was du tun kannst:
Bei Unsicherheit oder anhaltendem Unwohlsein hilft ein physiotherapeutischer Check zur Differenzierung.
Mythos 2: “Rückenschmerzen bedeuten immer einen Bandscheibenvorfall.”
Fakt:
Die allermeisten Rückenschmerzen (über 85 %) sind unspezifisch, also nicht auf einen strukturellen Schaden zurückzuführen. Viel häufiger sind Bewegungsmangel, Verspannungen, Stress oder Fehlbelastungen die Ursache.
Ein Bandscheibenvorfall ist dagegen selten – und oft sogar symptomfrei!
Was du tun kannst:
Bewegung, gezielte Übungen und frühzeitige physiotherapeutische Begleitung wirken oft besser als Schonung oder Medikamente.
Mythos 3: “Bei Schmerzen lieber nichts machen.”
Fakt:
Ein weit verbreiteter, aber gefährlicher Irrtum. Natürlich braucht der Körper bei akuten Verletzungen Ruhe – doch bei funktionellen Beschwerden ist kontrollierte Bewegung meist genau das Richtige.
Schonhaltungen verschärfen oft das Problem, statt zu helfen.
Was du tun kannst:
Lass dich bei Schmerzen frühzeitig anleiten, was du tun darfst – und was nicht. Ziel ist: Aktiv bleiben, ohne zu überfordern.
Mythos 4: “Mit Arthrose darf ich kein Sport mehr machen.”
Fakt:
Genau das Gegenteil ist richtig! Gelenke brauchen Bewegung, um “geschmiert” zu werden. Bei Arthrose ist moderate, gelenkschonende Bewegung sogar essenziell – sie erhält die Mobilität, reduziert Schmerzen und verbessert die Lebensqualität.
Nur Überlastung und Stoßbelastungen sollten vermieden werden.
Was du tun kannst:
Spazierengehen, Fahrradfahren, gezielte Kräftigung, Wassergymnastik – dein Körper wird es dir danken.
Mythos 5: “Meine Haltung muss perfekt sein, sonst bekomme ich Schmerzen.”
Fakt:
Es gibt keine „eine“ perfekte Haltung. Der Körper ist für Vielfalt gebaut – nicht für Starrheit.
Statische Positionen, egal ob „gut“ oder „schlecht“, werden erst dann zum Problem, wenn sie zu lange dauern.
Die beste Haltung ist die nächste.
Was du tun kannst:
Statt dich zu sehr auf „gerade sitzen“ zu konzentrieren: Wechsle oft die Position, steh regelmäßig auf, bewege dich zwischendurch. Und ja – auch Lümmeln ist erlaubt.
Fazit:
Der Bewegungsapparat ist komplex – aber nicht kompliziert. Viele der Mythen, die uns begleiten, stammen aus veralteten Denkweisen. Unser Körper will nicht in Watte gepackt werden – sondern verstanden, bewegt und unterstützt.
Du hast Fragen zu deinen Beschwerden oder willst wissen, was deinem Körper wirklich guttut?
Dann sprich uns an – wir bei Rückhalt – Praxis für Physiotherapie sind für dich da.
